I, Santa Maria di Leuca bis Lecce

Santa Maria di Leuca ist die südlichste Stadt Apuliens und so sind wir am südlichsten Punkt unserer Reise angekommen.

Der 48 Meter hohe Leuchtturm Faro di Capo wurde 1866 in Betrieb genommen.

Direkt neben dem Leuchtturm befindet sich die berühmte Wallfahrtskirche Am Ende der Erde, Basilica Santuario di Santa Maria de Finibus Terrae. Sie wurde auf den alten Grundmauern eines antiken Minerva-Tempels im Stile des Barock errichtet.
Die 1694 errichtete Mariensäule auf dem Vorplatz krönt eine betende Marienstatue, die vom Erzengel Gabriel gegrüßt wird. 

An diesem kleinen Kap treffen sich das Adriatische Meer mit der Straße von Otranto sowie das Ionische Meer mit dem Golf von Tarent.
Nun geht es für uns zurück nach Norden über eine der landschaftlich spektakulärsten Küstenstraßen Europas. Sie erstreckt sich über etwa knapp 60 Kilometer an der Küste der Halbinsel Salento und verbindet Santa Maria di Leuca im Süden mit der historischen Hafenstadt Otranto im Norden.
Diese Straße ist längst nicht so überfüllt 


wie die völlig zugebaute Amalfitana und gefällt uns somit auch viel besser.
Die kurvenreiche Strecke führt an der schönen Küste mit den schroffen Klippen und natürlichen Felspools sowie den historischen Wachtürmen, die im 15. und 16. Jahrhundert zur Abwehr von Piraten errichtet wurden, vorbei.

Die Türme lagen nahe genug beieinander, um kommunizieren zu können, visuell mit Rauchzeichen und Feuer oder akustisch mit Glocken und Kanonen. Der Eingang der Wachtürme lag im Obergeschoss und zum Betreten und Verlassen des Turms wurde eine Leiter von innen herabgelassen. Schießscharten dienten zur Verteidigung des Turmes. 
Man fährt entspannt, kann parken und auf unbefestigten Fußwegen die Gegend bis hinunter zum Wasser erkunden.

Steile Straßen mit engen Kurven führen in die kleinen Dörfer am Fuße der Klippen, und manchmal gibt es sogar einen kleinen Sandstrand.

Die meisten der Höhlen und Grotten sind nur vom Meer aus zu erreichen, aber etliche auch von Land, wie die tiefe, fjordartige Schlucht Grotta Grande del Ciolo, die von einer hohen Brücke überspannt wird. Der ideale Ort für einen spektakulären Fotostopp oder ein Bad im kristallklaren Wasser.
Vom Fischrestaurant L'Incanto hat man den perfekten Blick auf das Meer, die große Ciolo Grotte und die Brücke.

Wir legen noch etliche Stopps ein, um auf steilen Wegen zum Wasser hinabzusteigen.

Der Bauxitabbau im Steinbruch von Otranto begann 1940, aber schon 1976 wurde die Mine geschlossen und füllte sich langsam mit Wasser. Dessen Farbe bildet mittlerweile einen faszinierenden Kontrast zu den umliegenden, tief rot leuchtenden Felswänden.

In der großen Anlage des Camping La Scogliera Salento mit Hotel und Campingplatz stehen die Tore weit offen. Leider ist nur das Hotel geöffnet, Camper werden auch hier erst ab 01. Juni hereingelassen. Somit werden die Tore hinter uns geschlossen und wir sind eingesperrt. Nach einigem Suchen eines Ausgangs erbarmt sich eine der Rezeptionsdamen und öffnet das automatische Tor. Wir sind frustiert, ein Schild an der Straße hätte genügt. 
Im Camp Agriturismo Fontanelle von Otranto mit den neuen Amenities ist noch genügend Platz. Unsere Begeisterung wird nur durch das ununterbrochene nächtliche Fiepen der Zwergohreule getrübt. 
Der tatsächliche Ursprung der Barockstadt Lecce (95.000 EW) ist unbekannt. Berühmte Beispiele des Barockstils von Lecce sind die Fassade der Basilika Santa Croce,

ihre geschnitzte und vergoldete Kassettendecke aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts sowie die Piazza Sant'Oronzo.
In das römischen Amphitheater aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. sollen 20.000 Zuschauer hineingepasst haben. 


Wir finden, dass es höchstens Schneewitchen und 20.000 Zwerge schaffen. O.K., wir waren in Pompeji und demgegenüber sieht es hier ein wenig mickrig aus. 
Neben dem Amphitheater steht der Palazzo del Seggio mit seiner Mischung aus Renaissance und Gotik.

In der Mitte des Platzes steht die im 17. Jahrhundert errichtete, 29 Meter hohe Marmorsäule, die die Bronzestatue des Heiligen Oronzo trägt.

Der Sage nach rettete Oronzo 1656 die Stadt vor der Pestepidemie.
Am Gebäude der Banco di Napoli prangt die 1955 gefertigte bronzene Uhr der Wunder, Orologio delle Meraviglie. Sie ist eine Mischung aus Modernität und barocker Tradition, sie kombiniert Uhrmachertechnik und Kunst.

Das Kastell aus dem 16. Jahrhundert mit trapezförmigen Mauern und vier Bastionen wird gerade renoviert und ist geschlossen.
Uns gefällt die als 'Florenz des Südens' gepriesene Barockstadt gar nicht, denn außerhalb des kleinen barocken Zentrums überwiegen solche Bauwerke.

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