Die berühmte 50 Kilometer lange Küstenstraße Amalfitana an der Südküste der Sorrentischen Halbinsel ist besonders schmal und kurvenreich. Sie kann herrliche Ausblicke über die steil abfallende Küsten und die Bergdörfer mit den schönen Hotels am Golf von Salerno bieten.

Auf den engen Straßen parken die Autos dicht an dicht, zusätzlich rechts und links Fußgänger sowie entgegenkommende Busse erzeugen keinen Fahrspaß, nur Stop and Go. Die Landschaft genießen kann man schon gar nicht, es ist einfach zu voll, unmöglich anzuhalten.

Wir verstehen die im Juni/Juli geltenden teilweisen Fahrverbote für Kraftfahrzeuge, denn für diese knapp 50 Kilometer haben wir in der Vorsaison schon 2,5 Stunden benötigt.
Es ist saukalt, an der Adriaküste tobt ein Unwetter. Wir bekommen zwar nur den Rand ab, aber Gewitter und strömender Regen lassen uns Mal wieder ins Hotel gehen. In Battipaglia ist zwar nur noch das Zimmer mit eigener Sauna und Whirlpool zu haben,

aber das ist im Moment genau das Richtige für uns.
Schon sind wir in Basilikata, der Region mit der niedrigsten Arbeitslosenquote Süditaliens von 13%.
Die guten klimatischen Bedingungen führten dazu, dass bereits seit dem 6. Jahrhundert vor Christus in dieser Region Weinbau betrieben wird.
Das Gebiet um das 251 v. Chr. gegründete Matera war bereits in der Jungsteinzeit durch Wohnhöhlen besiedelt.

Als man anfing, die Höhlen mit Tür- und Fensteröffnung zuzumauern entstanden richtige Wohnungen.

Der Baumaterialaufwand war gering, das gesamte Jahr über herrschen weitgehend ausgeglichene Temperaturen, auch gibt es kaum Schwankungen zwischen Tag und Nacht. Probleme sind das Fehlen von Tageslicht sowie die Be- und Entlüftung.
In der Altstadt von Matera, den Stadtteilen Sasso Barisano und Sasso Caveoso, lebten die Menschen seit Jahrhunderten auf engstem Raum, oft sogar mit ihren Tieren, auch nach dem zweiten Weltkrieg noch ohne fließend Wasser, Kanalisation und Strom.
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Diese Stadt der Steine wurde 1945 durch den Roman 'Christus kam nur bis Eboli' unrühmlich bekannt. So begann man in den 1950er Jahren die 30.000 Bewohner der Sassi in moderne Wohnungen umzusiedeln, sogar zwangsweise. Bis 1968 war die Umsiedlung abgeschlossen.
Später hat man angefangen die Häuser zu restaurieren. Sie sind mittlerweile zum großen Teil wieder bewohnt, sogar Hotels, Restaurants und Läden sind entstanden.

In dem Labyrinth von schmalen Gassen, versteckten Plätzen und Treppen kann man leicht die Orientierung verlieren.

Die Chiesa del Purgatorio ist eine barocke Kirche aus dem 18. Jahrhundert. Sie ist vor allem für ihre markante Fassade mit Engeln, Büßerfiguren und Früchten 
sowie das einzigartige, mit Totenköpfen und Skeletten verzierte Portal bekannt.

Die Felsenkirchen Chiesa di Santa Maria di Idris

erreicht man über eine kurze, aber steile Treppe. Der Innenraum ist wenig spektakulär und ein wenig muffig.
Die Piazza Veneto mit ihren Brunnen, Sitzbänken und Restaurants ist der Treffpunkt Materas.
Wir ergattern im Kappador La Finestra sui Sassi,

einem tollen Restaurant mit Blick auf Sasso Barisano, einen schönen Platz.
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Auf der Piazza Veneto ist auch der Eingang zur Palombaro Lungo, der riesigen, beeindruckenden Zisterne von 16 Metern Tiefe, 50 Metern Länge und einem Fassungsvermögen von 5 Millionen Litern. 
Seit dem 16. Jahrhundert wurde in ihr Regen- und Quellwasser gesammelt, um die öffentlichen Brunnen der Stadt zu versorgen. Das Wasser wurde streng geschützt und zum Trinken, Kochen und für die grundlegende Hygiene verwendet.
Matera (60.000 EW) war wegen seines einzigartigen Aussehens Kulisse verschiedener Filmproduktionen wie 'Die Passion Christi', 'Wonder Woman' oder 'James Bond'.
Es wurde 1993 in das UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen und 2019 sogar zur Kulturhauptstadt Europas ernannt.
Ein Teil des Kulturhauptstadtjahres war die Ausstellung Beharrlichkeit der Gegensätze, La Persistenza degli Opposti, mit über 200 Werken von Salvador Dali. Sie fand vom 6. Dezember 2019 bis zum 30. November 2020 in den historischen Felsenkirchen statt.
Die Skulptur Dalinian Dancer, Ikone des leidenschaftlichen Flamenco-Tanzes, ist in Matera verblieben.
