I, Pompeji, Teil 2

Die meisten Handwerksprodukte für den lokalen Markt wurden in Kleinbetrieben, den officina, produziert. Meist arbeiteten dort Familienangehörige, Lohnarbeiter und oft auch Sklaven. 
Der Häuserblock der Casa degli Amanti, Haus der keuschen Liebenden, setze sich aus mehreren Wohnhäusern mit Werkstätten,

dem Haus der Maler und einer Bäckerei zusammen. 

Die Handwerker und Händler lebten mit ihren Familien meist in den Obergeschossen der Häuser, in denen es keine Küchen gab. So nahm man in den mehr als 80 Thermopolien, den Garküchen, 

ein warmes Gericht im Stehen ein.
Das Haus des Fauns mit einer Grundfläche von knapp 3.000 m² war das größte Privathaus der Stadt. Es ist nach der im Haus gefundenen Bronzestatue eines tanzenden Fauns benannt.

Mit seiner reliefartige Dekoration der Wände, den mit außergewöhnlichen Mosaiken geschmückten Räumen sowie dem geometrisch angeordneten Garten konnte es sich mit den Palästen anderer Herrscher im Mittelmeerraum messen.
Die Casa della Venere in Conchiglia, Haus der Venus in der Muschel, ist ein großes, reich ausgestattetes Wohnhaus mit einem marmornen Wasserbecken im Atrium. 

Im großen Hof ist das namensgebende, gut erhaltende Gemälde einer Venus in der Muschel zu sehen.

Bereits kurz nach Ende des 7. Jh. v. Chr. kamen jeden Sommer wohlhabende Bürger aus der schwülen Enge Roms nach Pompeji. So wurden Wasserleitungen aus Blei verlegt, drei Thermen errichtet und sogar ein Amphitheater gebaut. Es war das erste bekannte Amphitheater überhaupt und hatte ein Fassungsvermögen von 20.000 Plätzen. 

Das Laconicum, das Schwitzbad der Termen,

wurde von einem Konusgewölbe überspannt, einer Frühform der Kuppel. Diese Kuppelschale stellt das älteste bekannte Beispiel für die Verwendung von Beton im römischen Kuppelbau dar, 

hier noch mit bescheidenem Durchmesser von 6,52 Metern.
Wir haben großes Glück mit dem Wetter, strahlend blauer Himmel und der Klatschmohn zwischen den alten Mauern begeistert an vielen Stellen die Besucher.

In den Kolonaden der Sportanlage, der Palestra, wurde aktuell die Dauerausstellung der multimedial aufbereiteten Informationen zu den Forschungsergebnissen installiert.
Eine rund vier Meter hohe Säule zeigt die verschiedenen Asche- und Gesteinsschichten, in denen die Menschen innerhalb weniger Stunden umkamen.

Es werden erstmals Funde der Opfer der Vulkankatastrophe präsentiert. Bei den Ausgrabungsarbeiten wurden Hohlräume entdeckt, die die Leichen im erhärteten Gestein hinterlassen hatten. Sie wurden vorsichtig mit Gips ausgefüllt und nach dem Erstarren konnte man die Toten als Gipsmodelle erkennen.

Nach fünf Stunden haben wir genug von den Ruinen, da bleibt nur ein versöhnliches Umarmen.

Und es ist längst noch nicht alles ans Tageslicht zurück geholt worden, denn das archäologisch relevante Gebiet von Pompeji erstreckt sich über etwa 66 ha, wovon bisher ca. 45 ha freigelegt worden sind. Und so geht die Arbeit weiter.

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