I, Pompeji, Teil 1

Zu schnell vergeht die Zeit, wir sind nun fast vier Wochen unterwegs und immer noch in der Toskana.

Wir brausen durch Umbrien und Latium bis nach Kampanien im Süden der Apenninhalbinsel.
Die Landschaft Kampaniens ist geprägt von Tiefland und der gebirgigen Landschaft des Apennin, einem rund 1.200 Kilometer langem Gebirgszug, der Italien durchzieht und bis auf eine Höhe von 2.050 Metern ansteigt. Teilweise reicht er bis an das Meer, so dass steile Küsten entstehen, wie z.B. die Amalfiküste. 
Uns begrüßt der Apennin mit noch schneebedeckten Gipfeln.

Wichtige Wirtschaftsfaktoren Kampaniens sind der Nahrungsmittelsektor, dazu zählen besonders der Weinbau sowie der traditionell hergestellte Büffelmozzarella aus Wasserbüffelmilch. Es wird vermutet, dass die Sarazenen zwischen 800 und 900 n. Chr. die ersten Wasserbüffel nach Sizilien und später auf das italienische Festland brachten, wo sie in Kampaniens Sümpfen sehr gut gediehen.
Trotz des auch hier boomenden Tourismus zählt Kampanien zu den Regionen mit der europaweit höchsten Arbeitslosigkeit von knapp 21%.
Der ca. 1.280 Meter hohe Vesuv ist ein aktiver Vulkan am Golf von Neapel.

Er besteht aus den Resten eines früher wesentlich höheren Schichtvulkans, dessen Spitze bei seinem Ausbruch 79 n. Chr. zu einer Caldera eingestürzt ist.
Pompeji lag an der Südwestflanke des Vesuvs am Fluss Sarno mit dem Hafen an dessen Mündung. 
62 n. Chr. wurden weite Teile Pompejis durch ein starkes Erdbeben in Mitleidenschaft gezogen. Es wurde zwar unmittelbar darauf der Wiederaufbau begonnen, doch war Pompeji für die nächsten Jahre eine große Baustelle.


Bei dem Ausbruch von 79 n Chr. wurde die Mündung des Sarno verschoben, der ehemalige Hafen vernichtet und die Stadt Pompeji für über 1.500 Jahre unter einer zwölf Meter dicken Schicht aus Asche und Bims begraben.
Ihre Wiederentdeckung erfolgte im 16. Jahrhundert, aber erst ab dem 19. Jahrhundert wurde systematisch damit begonnen, die verschüttete Stadt wieder ans Tageslicht zu holen. Die meisten der freigelegten Ruinen stammen aus der Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr..
Diese gigantische Ausgrabungsstätte ist das Freilichtmuseum einer vollständigen, 2.000 Jahre alten Stadt mit Häusern, Werkstätten, Garküchen, Tempelanlagen, Sportstätten, Theatern, Thermen und auch Nekropolen, einfach unvorstellbar. 
Man betritt Pompeji durch die Porta Marina, das Tor zum ehemaligen Stadthafen

und erreicht das Forum, umgeben vom Kapitol, dem Tempel für die Dreiheit der bedeutendsten römischen Götter Jupiter (Zeus), Juno (Hera) und Minerva (Athene),

dem Tempel des Apollon, dem ältesten Gebäude am Forum, 

der Basilika, bei deren Bau erstmals in größeren Mengen gebrannte Ziegel verwendet wurden,

sowie dem Macellum, der Markthalle.

Man geht auf den vor über 2.000 Jahren gepflasterten Straßen mit den quaderförmigen Trittsteinen. Sie wurden genutzt, um Straßen, die zugleich als Abwasserkanal dienten, zu überqueren. 
Zwischen den Steinblöcken wurden Freiräume für Karren und Wagen gelassen. Dies erwies sich bei schlechtem Wetter als überaus praktisch, wenn Regenwasser auf der Fahrbahn aufgrund des Gefälles zu einem Bach anschwoll.

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