Durch fantastische Landschaften geht es weiter nach Siena, deren historische Altstadt seit 1995 ebenfalls zum UNESCO Welterbe gehört.
Wir bleiben im schönen Camping Colleverde mit Blick auf die beeindruckende Stadt, die auch heute noch ihre gotische Vergangenheit nicht verleugnen kann.

Die fünf Kilometer in das Zentrum schafft man locker mit dem Rad, und die steilen Straßen auf und ab sind sogar eine gute Trainingseinheit.
Der Legende nach wurde Siena (55.000 EW) von Senius und Aschius, den Söhnen von Remus und damit Neffen von Romulus, gegründet und nach Senius benannt.
Dieser Mythos wird durch unzählige Skulpturen und Reliefs der säugenden Wölfin untermauert.

Um den ewigen Wassermangel in der Bergstadt Siena, besonders in den Sommermonaten, zu mildern, wurden die Bottini di Siena schon im 13. Jahrhundert angelegt. Sie sind ein 25 Kiolometer langes unterirdisches Aquädukt zur Wasserversorgung der Stadt und liefern bis heute das Wasser an die Brunnen von Siena.
Der Piazza del Campo, Sienas Hauptplatz, der im 14. Jahrhundert angelegt wurde, ist für seine beeindruckende Architektur und seine halbrunde Muschelform bekannt.
Der Platz erhielt zwischen 1327 und 1349 seine charakteristische Backstein-Pflasterung mit der Einteilung in neun Segmente.

Mit dem Bau des gotischen Palazzo Pubblico mit Natursteinfassade und Bogenfenstern wurde 1297 begonnen.

Sein 102 Meter hoher Torre del Mangia wurde zwischen 1325 und 1344 errichtet.

Um den harmonischen Gesamteindruck der Piazza del Campo zu garantieren, gab es bereits im 13. Jahrhundert strenge Baubestimmungen für die Fassaden der den Platz umgebenden Gebäude. Es wurden Zahl, Höhe und Abstände der Geschosse, Fensterabstände sowie die Verwendung von Bogenfenstern vorgeschrieben, sogar die Baumaterialien wurden festgelegt.

Im Gegensatz zu den meisten Hauptplätzen großer Städte gibt es an der Piazza del Campo keine Kirche, er ist ein reines Verwaltungszentrum.
Dem Rathaus gegenüber steht der zwischen 1409 und 1419 erschaffene Fonte Gaia, 'Brunnen der Freude’. Er bekam seinen Namen, weil es 1342 zum ersten Mal gelungen war, mit Hilfe der Bottini Wasser in die Stadt fließen zu lassen.

Der Piazza del Campo ist ein wunderschöner Platz umgeben von vielen Restaurants, von denen man den fantastischen Blick auf das beeindruckende Ensemble genießen kann. Es ist wie überall auf exponierten Stellen, das Essen und der Wein schmecken nicht so gut wie in den kleinen Restaurants der Nebenstraßen,

dafür ist es teurer und man wird gesehen.
Seit etwa 2017 gehören fünfzehn der zwanzig Gebäude, die den Platz begrenzen, Igor Bidilo, einem Investor aus Kasachstan.
Die prächtige mittelalterliche Zisterne Fontebranda mit den gotischen Backsteinbögen

wird auch heute noch von den unterirdischen Bottini gespeist.
Die Stadtmauer in Form einer Ringmauer umschließt eine Fläche von 165 ha und ist mit ihrer Länge von ca. 6.670 Metern fast vollständig erhalten.

In Florenz sind wir gar nicht in den Dom hineingekommen, so wollen wir hier exzessiv Dom genießen. Nach fünf Minuten anstehen haben wir breits unsere Tickets und können (noch) ohne Drängelgitter hinein.
Mit dem Bau des prunkvollen Doms, der Kathedrale di Santa Maria Assunta, aus schwarzem und weißem Marmor wurde Anfang des 13. Jahrhunderts begonnen, sie wurde jedoch erst im das 14. Jahrhundert beendet. Die Kathedrale ist eine der schönsten Europas und eines der bedeutendsten Beispiele der gotischen Architektur in Italien.
Zwar sind die drei Portale des Domes noch romanisch,

aber der reich verzierte obere Teil der Fassade ist schon rein gotisch. Die drei Spitzen tragen Mosaike, über der mittleren Spitze ein Engel aus dem Jahre 1639 thront.

Der Innenraum mit den weißen und schwarzen Marmorstreifen an Wänden und Pfeilern ist von eindrucksvoller Größe.

Rund um das gesamte Mittelschiff zieht sich ein Mauerkranz, der von 172 Papst-Büsten getragen wird.

Auf dem marmornen Fußboden wurden vom 14. bis ins 16. Jahrhundert kunstvolle Einlegearbeiten aus farbigem Marmor mit schwarz gefüllten Gravuren, teils in Graffito-, teils in Intarsientechnik ausgeführt.
