I, Poggio bis San Gimignano

Der Sommersitz der Medici in Poggio a Caiano ist das erste Beispiel einer herrschaftlichen Villa der Renaissance mit symmetrischer Anlage.
Errichtet ist die zweistöckige Villa auf einer weitläufigen Terrasse, die von den Arkaden des Erdgeschosses gestützt wird. 

Nur ein kleiner Teil des Gartens ist heute noch als klassischer Renaissance-Garten mit geschlossener geometrischer Anlage, Gartenvasen sowie Statuen erhalten. 
Der größte Teil der Anlage wurde 1811 zu einem englischen Garten mit See, Dianatempel und anderen architektonischen Spielereien umgebaut. 

1919 wurde die Villa Besitz des italienischen Staates und ist heute ein Museum, das man nur mit Führer betreten darf und leider ausgebucht ist.
Die Toskana ist bei Radfahrern jeglichen Alters sehr beliebt. Uns begegnen immer wieder Rentnergruppen auf E-Bikes, die mit Führer durch die Toscana strampeln. Das ist uns ein bißchen zu viel Giro d'Italia-Feeling. Wir fahren doch lieber mit dem Auto die steilen Serpentinen bergauf und bergab.
In Vico (Ortsteil von Montecatini Terme) bleiben wir auf dem Camping Belsito und haben einen wundervollen Blick auf das Dorf Montecatini Alto.

Das prunkvolle Schwimmbad von Montecatini Terme ist gerade Baustelle. So probieren wir in Monsummano Terme (21.000 EW) im Laden des toskanischen Schokoladenweltmeisters Andrea Slitti die Pralinen sowie heiße Schokolade mit Sahne, alles sehr lecker, Fritzi natürlich zu süß.

In San Gimignano (8.000 EW) gibt es keinen Campingplatz in unmittelbarer Nähe, so bleibt nur das Hotel. Vom wunderschönen Hotel Bel Soggiorno mitten in der Altstadt

kann man die Attraktionen sogar am Abend erleben, wenn die Bustouristen die Stadt verlassen haben.
Mit seinem mittelalterlichen Stadtkern und den gut erhaltenen Geschlechtertürmen (15 von ehemals 72) wird San Gimignano auch 'Mittelalterliches Manhattan' oder 'Stadt der Türme' genannt. 

Die Stadt hält, was sie schon von Weitem verspricht, sie ist seit Jahrhunderten fast unverändert und der historische Stadtkern seit 1990 Teil UNESCO Weltkulturerbes.
Vom Parkplatz kommend, denn auch wir müssen unser Auto außerhalb der Stadtmauer lassen, betritt man die Stadt durch die Porta San Giovanni in der Stadtmauer.

Die Stadt ist frei von touristischem Verkehr, das meiste original erhalten und durch die engen Gassen kommen die Lieferungen man am besten mit dem Dreirad.

Wir sind begeistert. Man kann gemütlich durch die mittelalterliche Stadt schlendern und sich im kleinen Lädchen Schinken, Coppa, Käse, Oliven und Wein schmecken lassen.

Unterhalb der dreieckigen in Fischgrätenmuster gepflasterten Piazza della Cisterna befindet sich die 1287 erbaute und namensgebende Zisterne, die schon 1346 mit einem achteckigen Sockel verschlossen wurde.

Das 'beste Eis der Welt' entpuppt sich als viel zu süß, aber immer wenn ein neuer Bus ankommt, wird die Schlange erstaunlich lang.

Das Eis heißt zwar so wie bei Barroccino von Florenz, z.B. Pistazie mit Volterrasalz, ist aber nur geschmacklos süß. Gott sei Dank gibt es Abfalleimer.
Und wieder Trüffel über Trüffel.

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