I, Bologna bis Florenz

Unglaubliche 38 Kilometer von Arkaden ziehen sich durch Bologna,

überdachen sogar Straßenüberquerungen und machen Bologna zur Stadt der Arkaden.
Einige der Arkaden wurden mit oberen Stockwerken für neuen Wohnraum ergänzt.

Die Wallfahrtskirche Santuario della Madonna di San Luca liegt auf einem Hügel oberhalb der Stadt. Um die Pilger vor Sonne und Regen zu schützen, wurde zwischen 1674 und 1739 neben der bereits 1589 gepflasterten Straße eine Arkade aus 666 Bögen gebaut. Mit ihren 3.796 Metern Länge ist sie die längste Arkade der Welt und seit 2021 UNESCO Welterbe.
Wir wollen mit dem Fahrrad den Berg hinauf, um diese Arkrade zu bewundern. Gott sei Dank, blättern wir vor dem Start den Flyer durch und stellen zu unserem Entsetzen fest, dass diese 2,5 Kilometer lange Strecke mit einer maximalen Steigung von 19% gern auch Mal beim Girod d'Italia oder der Tour de France zum Zeitfahren genutzt wird. Lachend schließen wir die Fahrräder wieder an und verzichten auf diesen Anstieg.
Da genießen wir lieber ein Glas Wein auf dem wunderschönen Piazza Santo Stefano.

Nach den vielen prüden Kirchenbildnissen zeigt sich endlich Mal ein schöner Knackarsch, ein richtiger Hingucker.

Zu Dieters Freude sind da auch noch vier Frauen, die mit den Brüsten spritzen können,

und er wäre ihnen sehr gern dabei behilflich.
Wir verlassen Bologna und erreichen auf Nebenstraßen mit anstrengenden Serpentinen die Toscana.

Mit einem Angsthasen vornweg, der vor jeder Kurve bremst, wird einem allerdings jeder Spaß in den Kurven genommen.
Die Wirtschaft der Toskana ist neben dem Kunsthandwerk landwirtschaftlich geprägt, hauptsächlich durch den Anbau von Wein und die Gewinnung von Olivenöl, allerdings haben Industrie, Handel, Dienstleistung, Tourismus ebenfalls stark zugenommen. So gehört die Toskana zu den wohlhabendsten Regionen Italiens, die Arbeitslosenquote liegt bei unter 9%.
Diese wunderschöne Landschaft mit dem tollen Licht ist besonders beliebt bei Malern und Fotografen. 

Nun bekommen wir (hoffentlich) Schinken und Coppa aus dem toskanischen Cinta Senese Schwein und artigianale (selbst gemacht) in der Gelateria. Und wehe das Eis ist zu Bergen aufgetürmt, dann wird mit Zusatzstoffen gearbeitet.
Dieter ist begeistert, es gibt es Trüffel über Trüffel, mit Wurst oder Käse und sogar an der Carbonara.
Die Toskana gilt als bedeutende Kulturlandschaft mit unzählbaren UNESCO Welterbestätten, einige davon besuchen wir, beginnend bei Florenz, diesem Paradebeispiel einer Renaissance-Stadt.

Florentia wurde ab 59 v. Chr. im Arnotal mit quadratischem Straßenverlauf angelegt.
Ab dem 15. Jahrhundert stieg die reiche Familie der Medici, die auch auch als private Bankiers des Papstes fungierte, zu einer Großmacht auf und machte Florenz zu einer Kulturhochburg Europas. Die letzte Repräsentantin des Hauses Medici vererbte 1737 der Stadt Florenz das persönliche Eigentum der Familie, allerdings unter der Bedingung, dass es niemals aus der Stadt entfernt werden darf. 
Heute ist Florenz (370.000 EW) ein großes Freilichtmuseum berühmter Meisterwerke und seit 1982 ist die Altstadt mit ihren Plätzen, Straßen und Brücken UNESCO Welterbe.

Wir checken im B&B Hotel ein und bekommen ein kahles, klausenartiges Zimmer ohne Schrank, keine Ablageflächen, kein Kühlschrank, kein Wasserkocher. Aber einen Plastik-Klappstuhl und eine 60cm x 60cm (!) große Dusche mit nicht verschließbarer Tür. Spuren von ehemaligen Möbeln sind vorhanden, so dass das Zimmer wie zur Restaurierung ausgeräumt wirkt. Aber der Parkplatz bietet ausreichend Platz für unser Auto und die Fahrräder.
Und mit dem Fahrrad sind wir unabhängig vom öffentlichen Nahverkehr. In Florenz werden Radfahrer wie Fußgänger behandelt, auf dem Bürgersteig oder auch an Überwegen. So ist man zu 90% von den Autos getrennt. Da können wir die 6,5 Kilometer zur Innenstadt und zurück ziemlich problemlos bewältigen.
Wir beginnen unseren Rundgang auf einem der berühmtesten Plätze Italiens, der Piazza della Signoria, mit dem 1314 fertiggestellten Palazzo Vecchio,

dem Neptunbrunnen 

und der Kopie des David von Michelangelo 

Die Loggia dei Lanzi wurde zwischen 1376 und 1381 für offizielle Zeremonien und Empfänge gebaut. Im Laufe des 15. Jahrhunderts entwickelte sie sich jedoch zu einem herrlichen Skulpturenpark. 

Leider ist es nicht so einfach die Kunstwerke zu betrachten, da sie für so manches Selfie von den Touris dicht belagert werden. Und so hoffen wir, dass es nicht auch manchen Kunstwerken zuviel wird?

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