Wir wandern in ausgewaschen Bachbetten über ca. 350 Höhenmeter hinunter zum Carlone Wasserfall. Auf den geröllartigen Wegen läuft es sich schlecht, aber nicht besonders schwierig. Auf dem Weg zurück wählen wir Dieters Abkürzung und landen auf einer MTB-Strecke. Obwohl es sehr steil wird, begegnen uns wirklich Fahrräder in beide Richtungen.
Wir schaffen die Ansteigung nur auf allen Vieren

oder hangelnd von Baum zu Baum. Und schon nach drei Stunden haben wir die vier Kilometer bewältigt, sind nur ein bißchen aus der Puste.

Die Ursprünge des Castell’Arquato (4.700 EW) reichen bis in die Römerzeit zurück, im 13. und 14. Jahrhundert herrschte die Familie Visconti über den Ort.
Besonders beeindruckend ist das imposantes Zentrum rund um den Rathausplatz mit dem Palazzo del Podesta, der Festung Rocca Viscontea und der Stiftskirche.

Eine frühchristliche Kirche aus dem Jahre 758 stürzte nach dem Erdbeben von 1117 ein und auf ihren Überresten wurde die Kirche Santa Maria Assunta mit Kreuzgang gebaut. Ab 1899 wurden die Fresken aus dem fünfzehnten Jahrhundert, die Außenfassaden und die Fachwerkdecke restauriert sowie die Stützbögen wieder aufgebaut.

Als Rathaus fungiert heute der 1293 erbaute Palazzo del Podesta mit der Außentreppe aus dem fünfzehnten Jahrhundert.

La Rocca Viscontea ist eine ab 1342 vollkommen aus Terrakotta erbaute, eindrucksvollste Festung mit einem 42 Meter hohen Wehrturm.
Von Mitte des 19. Jhd. bis in die 60er Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts diente sie jedoch als Gefängnis, wurde im 20. Jahrhundert restauriert, ist heute ein Museum und so kann man den fantastischen Blick vom Wehrturm genießen.

Castell’Arquato ist ein herrliches Museumsdorf mit Cafes, Gaststätten

und Gärten.
Der außergewöhnlich gut erhaltene Ort mit seinen verwinkelten Gassen und mittelalterlichen Gebäuden war sogar Schauplatz von einigen Filmproduktionen, wie z.B. 'Der Tag des Falken'.
Auf dem Weg zum Camping Arizona in Tabiano muss ein Fotostopp am Prachtbau der Terme Berzieri mitten im Stadtzentrum von Salsomaggiore eingelegt werden.

Die Certosa di Parma ist ein ehemaliges Kloster, welches zwischen 1285 und 1304 am Stadtrand von Parma errichtet wurde und der Sage nach die Inspiration für Stendhals Roman war. Ihr wollen wir einen Besuch abstatten. Aber seit 1975 ist es ein Gefängnis und nicht mehr öffentlich zugänglich.
Wir übernachten beim gewöhnungsbedürftigen Caravan Camping Club Marzaglia Nuova, man muss klingeln, nach eingehender Gesichtskontrolle wird das Tor geöffnet und man übernachtet getrennt von den Clubmitgliedern.
Allerdings ist der Rasenplatz sehr schön und wir bleiben sogar die einzigen Gäste.
