Obwohl das 218 v. Chr. gegründete Cremona (71.000 EW) durch die Geigenbauerfamilien Amati, Bergonzi, Guarneri und Stradivari bekannt wurde, lassen wir es links liegen und erreichen die Provinz Emilia-Romagna.
Deren Name leitet sich von der 187 v. Chr. angelegten, insgesamt 262 Kilometer langen Via Aemilia ab, der römischen Straße, die das Gebiet zwischen Rimini und Piacenza durchquert.
Die Region ist heute Heimat von Ferrari, Lamborghini, Maserati sowie Ducati und nennt sich deshalb Terra di Motori (Land der Motoren).
Trotz seiner 100.000 Einwohnern geht es in Piacenza ziemlich ruhig und entspannt zu.

Selbst in der Altstadt kann man mit dem Rad unterwegs sein.
Nachdem 200 v. Chr. Gallier die Stadt niedergebrannt hatten, wurde Piacenza 190 v. Chr. mit 3.000 Familien neubesiedelt. Das rechteckige Straßenschema im Stadtzentrum ist auch hier ein Überbleibsel aus römischen Zeiten.
Am römischen Platz wird man an die römische Vergangenheit erinnert. Das Denkmal für den Wolf auf der Piazzale Roma ist eine Kopie der Kapitolinischen Wölfin, dem bekanntesten Wahrzeichen der Stadt Rom. Der Legende nach rettete die Wölfin die ausgesetzten Söhne des Mars, Romulus und Remus, die später Rom gründeten.
Zwei 7,3 Meter hohe Säulen aus Marmor tragen den etwa 1,5 Meter hohen Bronzewolf.

Von 1545 bis 1731 wurde die Stadt von der Familie Farnese beherrscht.
Der zentrale Platz, Piazza dei Cavalli oder Pferdeplatz, wird vom 1281 erbauten Rathaus, dem Palazzo Communale oder Palazzo Gotico, dominiert.

Mitte des 19. Jahrhunderts begann das Gebäude durch schweren Wasserschäden zu verfallen, erst ab 1906 wurde es rekonstruiert.
Die gesamte Seite gegenüber nimmt der 1787 erbaute neoklassizistische Palazzo Governatore mit der riesigen Sonnenuhr an der Fassade ein.

Die Basilica San Fancesco wurde zwischen 1278 und 1363 erbaut und befindet sich ebenfalls am Palazzo dei Cavalli.

Für die Renaissancekirche San Sisto schuf Raphael 1512/13 die Sixtinische Madonna, die 1754 von den Mönchen an August, den Kurfürsten von Sachsen, verkauft wurde.
So befindet sich das Original seit 1754 in Dresden. In der Kirche San Sisto ist nur noch eine Kopie des Bildes zu finden.

Das 1907 erbaute XNL Piacenza Contemporanea ist heute ein Kulturzentrum, indem die Ausstellung 'Jenseits der Wolken' gezeigt wird und wir Kunstbanausen konnten dem wieder nichts abgewinnen. Uns hat nur die Bank von Jeppe Hein, auf die man sich nicht nur setzen kann, sondern sogar setzen muss, beeindruckt.
Der Dom von Piacenza, Cattedrale Santa Maria Assunta, wurde zwischen 1122 und 1233 erbaut.

In der Mitte der Piazza Duomo steht auf einer Granitsäule die Bronzestatue des Unbefleckten aus dem Jahr 1858.

Mit der Projektierung des Renaissancepalastes Palazzo Farnese wurde bereits 1558 begonnen, der fertige Palast 1803 geplündert und 1813 in ein Gefängnis umgewandelt. Ab 1980 wurde mit der Restaurierung begonnen und seit der Fertigstellung ist das Stadtmuseum dort untergebracht.

In der Stadt gibt es sehr viele arabische und afrikanische Einwanderer und so sind in etlichen ehemaligen Osterien und Trattorien seit kurzem Döner- und Kebabläden zu finden.
Nach so vielen Kirchen, Palästen und Plätzen zieht es uns ins Grüne. Durch das herrliche Trebbia Tal geht es zum etwas verschlafenen Bobbio (3.400 EW) mit den engen Gassen und mittelalterlichen Häusern, herrlich gemütlich, super freundliche Menschen, der ganze Ort strahlt bezaubernden Charme aus.

Hier gründete der irische Mönch Colombano 612 das berühmte Kloster San Colombano. Es entwickelte sich zu einem der wichtigsten geistigen und kulturellen Zentren Europas und beherbergte eine der bedeutendsten Bibliotheken des Mittelalters.
Der Ponte Gobbo, Ponte Vecchio oder Teufelsbrücke, ist eine Bogenbrücke, die im 7. Jahrhundert von den Mönchen des Klosters San Colombano auf den Fundamenten einer römischen Vorgängerbrücke errichtet wurde.
Bemerkenswert sind die ungleichmäßigen Bögen mit denen die Brücke den Trebbia überspannt.

Der Dom, die Kathedrale Santa Maria Assunta, ist eine beeindruckende romanische Kirche im historischen Zentrum von Bobbio.
Entgegen zur schlichten Fassade ist das Innere mit wunderschönen Fresken aus verschiedenen Perioden sowie komplizierten Deckenverzierungen geschmückt.

Lokale Spezialitäten sind viel Fleisch, verschiedene Sorten von Pilzen, gern auch Trüffel und die Maccheroni Bobbiesi haben weit über die Region hinaus einen Namen. Auch uns munden diese Delikatessen.
Das Trebbiatal ist eine hervorragende Motorradstrecke, uns kommen mehr als 200 Motorräder entgegen. So wird am Wochenende der Marktplatz von Bobbio zu einem großen Biker-Treffen und man kann neben vielen anderen Rennmaschinen auch Ducati und Hayabusa bwundern.
Das Castello Malaspina-Dal Verme von Bobbio ist eine im 14. Jahrhundert erbaute spätmittelalterliche Burg. Der Bischofsturm ist der älteste Teil der heutigen Burg. Das Gebäude verfiel, kam 1956 in Staatsbesitz und ist nach Restaurierungsarbeiten heute öffentlich zugänglich.
