Mantua (50.000 EW), die Stadt der Plätze, ist bei Kunstkennern selbstverständlich bekannt. Es ist Romeos Verbannungsort in Shakespeares 'Romeo und Julia' und auch Verdis Oper 'Rigoletto' spielt in Mantua.
In der Altstadt von Mantua darf man nur in gekennzeichneten Flächen parken, die Genehmigung bekommt man online beim Einchecken im Hotel. So erwischen wir ein Zimmer direkt am Hauptplatz gut bewacht gleich neben der Polizei.

In der fruchtbaren Poebene gründeten bereits die Etrusker, eine Hochkultur zwischen 900 und 100 v.Chr., die im römischen Reich aufging, den Ort Mantua.
Von 1328 bis 1708 regierte in Mantua die Adelsfamilie der Gonzaga und prägte die Stadt maßgeblich.
Der Herzogenpalast Palazzo Ducale an der Piazza Sordello war die Residenz der Familie Gonzaga und ist heute ein Museum, in der Meisterwerke von Pisanello, Andrea Mantegna, Raffael, Giulio Romano sowie Rubens ausgestellt sind.
Auch innerhalb des riesigen Palazzo Ducale gibt es eindrucksvolle Plätze wie die Piazza Santa Barbara.
Das Castello di San Giorgio wurde Ende des 14. Jahrhunderts von Francesco Gonzaga in Auftrag gegeben, um den Palazzo Ducale zu erweitern und als Verteidigungsburg auszubauen.

Ebenfalls am Piazza Sordello steht der Dom auf den Mauern einer frühchristlichen Kirche. Nach einem Brand wurde er 1545 unter Beibehaltung der Fassade und der Außenmauern wieder aufgebaut.

Besonders bemerkenswert ist auch die Pflasterung der gesamten Altstadt. Zigarettenkippen sind hier wohl nur per Hand herauszupulen und High Heels sollten besser im Schuhschrank bleiben.
Eines der kleinen Häuser hinter dem Dom gehörte Rigoletto, dem Hofnarren der Gonzagas. Zum Gedenken steht seine Skulptur auf dem kleinen Hof des Hauses.

Auf der Westseite des Platzes befindet sich der Palazzo Acerbi mit dem großen Eisenkäfig, einem heute noch erhaltenen Außengefängnis.

Am Donnerstag ist Markttag und die gesamte Innenstadt wird zum Markt. Es gibt Klamotten, Dinge des täglichen Bedarfs, nur keine Lebensmittel. Es wird hauptsächlich arabisch gesprochen und man sieht vorwiegend Frauen mit Hijab und Abaja mit den Verkäufern feilschen.

Am Piazza della Erbe stehen der Palazzo della Ragione mit dem Glockenturm Torre dell'Orologio von 1472.

Der Palazzo Te wurde als Vergnügungsschloss und Theater konzipiert.

Der Schüler von Raphael Giulio Romano dekorierte in den Jahren 1525 bis 1535 diese Residenz. Seine Stuckarbeiten und mythologischen Fresken sind ein einmaliges Beispiel des Reichtums der Gonzagas.

Besonders imposant sind die Säle Amor und Psyche, der Saal der Giganten sowie der Saal der Pferde.
Sabbioneta wurde 1554 bis 1571 als Idealstadt mit geometrischem Grundriss errichtet und wird seit 2008 gemeinsam mit Mantua in der UNESCO-Liste der Welterbestätten geführt.
Die köstlichen regionalen Spezialitäten Tortelli, mit Kürbis gefüllte und in Amaretto geschwenkte Teigtaschen, sowie Mostarda, eine süß-scharfe Beilage aus in Senföl eingelegten kandierten Quitten, genießen wir gern.
Die prächtige Basilika Sant'Andrea war als Mausoleum der Familie Gonzaga gedacht.

Die Fassade bildet eine antike Tempelfront mit Triumphbogen anstatt der üblichen Säulen.
Vorbild für das mächtige kassettierte Tonnengewölbe war die Maxientiusbasilika in Rom.

Mit dem Bau war zwar 1472 begonnen worden, aber erst 328 Jahre später wurde die Kuppel vollendet.
