Dresden bis Brescia

Bevor uns die immer wiederkehrenden Nachtfröste in den Süden treiben, wärmen wir uns im Berliner Yorkschlösschen bei ansteckendem Boogie Woogie ein wenig auf.

Auch in Dresden ist es saukalt, aber das grüne Gewölbe, die ehemalige Schatzkammer im Residenzschloss, ist immer wieder einen Besuch wert. 

Im wieder eröffneten Villeroy & Boch Museum Mettlach ist die Geschichte von V&B seit der Gründung 1748 sehr eindrucksvoll dargestellt. 
1994 konnten wir noch Teile der Produktionsstätten begehen und den Arbeitern beim Bemalen des Porzellans zuschauen. Mittlerweile ist die Porzellanproduktion jedoch weitestgehend nach Torgau verlegt, 2007 die Fliesenproduktion an einen türkischen Keramikhersteller verkauft worden und somit keine Fabrik mehr dem Museum angeschlossen.
Aber der mit 15.000 handdekorierten Fliesen geschmückte Milchladen, der vor dem Umbau als Café betrieben wurde, ist als Prunkstück dem Museum erhalten geblieben..

An Luzern brausen wir vorbei, denn der Konzertbesuch in 'Tschuppi's Wonderbar‘ ist leider nicht mehr möglich, die Türen wurden am 31. März 2026 für immer geschlossen.
Der Stau vor dem 1980 fertig gestellten Gotthard, kostet uns ‚nur‘ eine Stunde, denn es ist noch keine Urlaubssaison. Die Einfahrt wird durch ‚tropfenweise’ Ampeln geregelt, so dass nur eine begrenzte Anzahl an Fahrzeugen den 16,9 Kilometer langen Tunnel passieren kann.

In Locarno überraschen uns 25°C, da bleiben wir gleich drei Nächte. Alles ist bereits grün, Büsche und Bäume wie Robinie, Ginster, Flieder, Kastanie und sogar Klatschmohn stehen in voller Blüte, es duftet herrlich.
Nach heftigen Gewittern kühlt es sich zwar ab, aber die Sonne kämpft sich immer wieder durch die Wolken durch. So radeln wir die vielen tollen Fahrradwege an der Maggia und dem Lago Maggiore entlang. 
Fahrräder und Fußgänger benutzen oft die gleichen Wege, da ist gegenseitige Rücksichtnahme angesagt. 

Und es funktioniert, auch als Radler braucht man nicht auf der Straße zu fahren.
Von unserem Camper aus beobachten wir einen Graureiher beim Putzen seines Gefieders.

Auch in Ascona fühlt man sich mit den kleinen, engen Gassen, alten Lädchen, vielen Restaurants, Eisläden und Trattorias wie in einem Museumsdorf.

Italien scheint das Land der Blitzer zu sein, gefühlt steht alle 250 Meter einer. Am gemeinsten finden wir jedoch die direkt unter dem Orteingangsschild.
Wir erreichen die Lombardei mit den zehn UNESCO-Welterbestätten, eine davon ist Brescia (200.000 EW). 
Das antike Brixia war eine Siedlung der Kelten, die 225 v.Chr. römisch wurde. Bis heute sind die rechtwinklig zueinander verlaufenden Straßenzüge aus römischer Zeit deutlich zu erkennen.
Die Stadt wurde im 4.Jahrhundert n. Chr. durch Germanen niedergebrannt und verfiel. 
Im 19.Jahrhundert wurden die Ruinen aus der römischen Zeit entdeckt und mit ihrer Restaurierung begonnen.
Die rekonstruierten Teile des 73 n. Chr. den Gottheiten Minerva (Athena), Jupiter (Zeus) und Juno (Hera) gewidmeten Tempels,

des römischen Forums sowie die innerhalb des Klosterkomplexes von San Salvatore-Santa Giulia erhaltenen römischen Wohnhäuser gehören seit 2011 zum UNESCO-Welterbe.
Der knapp einen Kilometer lange Fußweg zwischen den beiden Stätten wird auch UNESCO-Corridor genannt.
Der Hauptplatz Brescias, die Piazza della Loggia wird von dem prächtigen Renaissance-Gebäude der Loggia beherrscht.

Die wunderschönen Arkadengänge gegenüber der Loggia werden vom Torre dell'Orologio aus dem 16. Jh. gekrönt. In ihm befindet sich eine aus dem 16. Jahrhundert stammende astronomische Uhr, die seitdem sogar ununterbrochen in Betrieb ist. 
Als Vorbild für diesen Uhrenturm diente der Turm vom Markusplatz in Venedig.


Die Stunden werden von den charakteristischen Statuen, die Verrückten der Stunden, an der Spitze des Turms geschlagen.
Mit dem Bau des Neuen Doms wurde 1604  begonnen, jedoch erst 1825 die Kuppel errichtet. In der Zwischenzeit protzt der Dom schon Mal mit seiner barocken Marmorfassade.

Und der Alte Dom aus dem Jahre 1100 ist der größte erhaltene romanische Rundtempel.

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