PYF, Tahiti, Teahupo‘o

Tahiti hat 190.000 Einwohner, davon leben etwa 160.000 Einwohner in der Hauptstadt Papeete und deren Einzugsgebiet. 
Die Bevölkerung setzt sich aus 83% Polynesiern, 11% Europäern und 4% Asiaten zusammen. 
In den 1860er Jahren kamen chinesische Einwanderer nach Tahiti, um auf den Baumwollfeldern zu arbeiten. Viele dieser Arbeiter entschieden sich, nach dem Ende ihrer Verträge zu bleiben und wurden im Laufe der Zeit ein Teil der tahitischen Gesellschaft.
Da das Inselinnere durch die hohen steilen Berge nicht erschlossen werden kann, gibt es nur die Ringstraße am Meer. Dort staut sich der Verkehr, für 25 Kilometer braucht man mit dem Auto schon Mal gut und gern eine Stunde, es ist laut und stinkt. Und dann wird man noch rechts und links von todesmutigen Moped- oder Motorradfahrern geschnitten, Nervenkitzel pur.

Bei Jerome sind wir wieder begeistert von der toll ausgerüsteten Küche, helle Zimmer, schönes Bad und natürlich die überdachte Terrasse mit Blick aufs Meer. Hier gibt es keine neuseeländischen Provisorien sondern soliden europäischen Standard, wie Schüco-Fenster und -Türen.
Nur die hohen und häßlichen Grundstücksmauern stören ein wenig. Und das Gebell der streunenden Hunde mischt sich mit dem der Grundstückshunde zu einem Tag und Nacht währenden Jaul-und-Bell-Konzert. War das schön auf Aitutaki, dort sind Hunde verboten.
Jeden Morgen gehen wir zum Bäcker und versorgen uns mit Croissont und diversen leckeren Brotsorten.

Obwohl wir Weihnachten gern mit Schnee in Verbindung bringen, wird auch im heiß-schwülen Polynesien Weihnachten gefeiert und die entsprechende Deko begegnet uns auf Schritt und Tritt.
Im Le P’tit Comptoir Tamanu ist das französische Essen immer noch hervorragend, wir entscheiden uns für Entenbrust und Fois Gras. Nebenan bei Vini Vini Punaauia wurde das Sortiment um Kuchen erweitert. Für uns eine etwas ungewöhnliche Zusammenstellung, Sushi und Patisserie. Wie üblich muss dann auch optimiert werden und so ist das Sortiment an Sushi kleiner geworden und statt Ingwer, Soja-Soße und Wasabi gibt es eine Satay-Soße ähnliche Tunke.
Ein Spaziergang durch den 2007 in Mataiea gegründeten Jardins D'eau De Vaipahi ist sehr lehrreich und entspannend.

Im Restaurant Terre-Mer nehmen wir Ota 'ika oder Poisson Cru sowie Jacobsmuscheln und Crevetten mit Petersilie und flambiertem Taro, polynesische Gerichte mit französischer Kochkunst kombiniert, super lecker.

Einen Besuch der Perlen Farm in Taiarapu-Est kann man nur als Tagestour für 150 EUR im Voraus buchen. Einen Blick hinein werfen würden wir gern noch einmal, aber eine Tagestour ist doch zu viel.
Die Ringstraße führt uns auf Tahiti Iti bis nach in Teahupo‘o zur Wave am Ende der Straße.

Hier fanden 2024 die Olympischen Spiele im Surfen statt und zur Freude der Tahitianer gewann Kauli Vaast aus dem Nachbardorf Vairao die begehrte Goldmedaille.

Teahupo‘o ist berühmt für seine Monsterwellen und hier wurde der olympische Wettbewerb 2024 im Surfen ausgetragen.
Dafür musste ein Turm für knapp viereinhalb Millionen Euro in das Korallenriff gebaut werden. Da bereits zu Beginn der Bauarbeiten ein Lastkahn Teile des Korallenriffs beschädigte, wurde als Kompromiss ein temporärer kleinerer Turm gebaut. Auch konnten in dem winzigen Dörfchen Teahupo‘o keine Athleten und Delegationen untergebracht werden. Sie wohnten auf einem extra für die Spiele gecharterten Kreuzfahrtschiff, ein schwimmendes olympisches Dorf mit 103 Kabinen für bis zu 254 Personen.
Das Olympische Komitee versprach Nachhaltigkeit für die Austragungsorte der Spiele. Martin Walz, Co-Bundestrainer des olympischen Surfteams, bemerkte dazu 'Eigentlich sollte es um die Nachhaltigkeit für . . . die Einheimischen und nicht um Profit für die Sponsoren gehen.' Und so hat die Schule von Teahupo‘o noch immer kein neues Dach.
In uralten Zeiten war Vēhiatua eine Meisterin im Surfen und nannte sich selbst Tochter der Winde. Um ihre Person ranken sich etliche Legenden. 

Ihre Statue wurde vom Bildhauer Evrard Chaussoy geschaffen
Der Wald im Fautaua Tal ist schön grün, der Weg an sich jedoch nicht besonders ansehnlich. 

Da aus dem Fautaua Tal das Trinkwasser für die Hauptstadt bezogen wird, sind die Wege für Transportfahrzeuge ausgelegt und der Untergrund mit Steinen verstärkt. Auch sind die Ausschilderungen ausschließlich auf Französisch. 
Von der Brücke

geht es weiter auf einem etwas zugewachsenen, aber steilen und rutschigen Weg bis zum Wasserfall. Offensichtlich wird der selten benutzt, es sieht ziemlich zugewachsen aus. Also kehren auch wir hier um.
An beliebten Parks stehen nun etliche Food Trucks, ‘Roulottes’ genannt. Wir probieren das viel gerühmte Chao Men. Es schmeckt, sind aber auch nur gebratene Nudeln mit asiatischen Gewürzen, wie man sie auf der ganzen Welt bekommen kann. Hier sind sie allerdings mit Seafood verfeinert.
Von den drei Wasserfällen im Faarumai-Tal ist der 80 Meter hohe Vaimahuta-Wasserfall auf einem sehr gepflegten Trail leicht zu erreichen. 

Leider ist der Weg zu den Wasserfällen Haamaremare Rahi, 100 Meter, und Haamaremare Iti, 40 Meter, wegen des vielen Regens und einiger Erdrutsche gesperrt.
Auf dem Markt wird man nicht bedrängt und kann in aller Ruhe schauen.

Trotz einiger ansehnlicher Gebäude ist die Hauptstadt Papeete nicht besonders schön. Daran kann auch Street Art nichts ändern.

Auch Cafés oder Patisserien suchen wir vergebens. Da müssen wir wohl doch noch einmal nach Paris fahren. 
Und abseits der Hauptstraße sieht man winzige Pappschuppen und sogar Wellblechhütten als Behausung. Das hat nichts mehr mit dem europäischen Traum von Tahiti zu tun.
Das Robert Wan Pearl Museum ist das einzige Perlenmuseum der Welt. Es zeigt historische Figuren, die sich mit Perlen und Edelsteine an Kronen, Tiaras oder Halsketten schmückten. Hier ist auch die größte runde tahitische Zuchtperle, die es gibt, ausgestellt: ein 26 Millimeter rundes Tahitian Silver (grau) von AAA-Qualität mit einem Gewicht von 8,7 Gramm. 
Das Museum ist leider geschlossen, aber die überdimensionale runde Perle vor dem Museum zeigt den Eingang.

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