Am Flughafen von Rarotonga erwartet uns eine Überraschung: Pira, Anita und Karina nehmen uns bereits hier in Empfang und so fliegen wir gemeinsam nach Aitutaki.
Es hat sich Vieles verändert bei Pira. Ihre Mutti ist gestorben und wie auf den Cook Inseln üblich, befindet sich das Grab auf dem Grundstück, jedoch ohne Grabstein, nur umgeben von einem kleinen Garten.

Nun wohnen Karina und Peter in 'Muttis' Haus, das Restaurant ist für Gäste da, Pira wohnt wieder in ihrem winzigen Bungalow. Auch eine neue SIM-Karte benötigen wir nicht mehr, bei Pira gibt es Internet über Starlink.
Für die nächsten zwei Wochen übernehmen wir, wie immer, das morgendliche Säubern des Krabbenhotels sowie Krabben füttern. Die ersten sind fett genug und so putzen wir ca. 100 Krabben und schicken sie nach Rarotonga zum Verkauf.

Das Hotel ist leer und wir machen uns auf, neue Krabben zu fangen, das Ergebnis ist sehr mager, eine einzige. Aber am nächsten Tag können weitere 95 Krabben das Hotel bevölkern. Die Krabben sind sehr hungrig, so müssen wir jeden dritten Tag einen Pickup voller Paw Paws ernten gehen. Eine schweißtreibende Arbeit. Bei Piras Onkel dürfen wir uns als Belohnung beutelweise Passion Fruit pflücken.
Der Sturm macht das Schnorcheln unmöglich, aber der vertreibt wenigstens die Mücken. So bleibt genügend Zeit Sauerteig herzustellen, geht in dieser Wärme hervorragend, und wir backen exzessiv Brot und auch Kuchen.

Der Nachbar beräumt sein Grundstück von Büschen und Bäumen, das Feuer brennt viele Tage und Nächte. Danach wird der Boden eingeebnet.
Es hat seit Wochen nicht geregnet und der feine rote Staub weht genau zu uns herüber, alles ist rot, die Hauswände, Dächer, in den Häusern, selbst im Kühlschrank, findet sich noch roter Staub. Es müssen nicht nur Fußböden und Schränke gewischt werden, sondern auch die Klamotten in den Schränken sind mit feinem roten Staub bedeckt, was für eine Sauerei.
Wir fahren mit der Maine Tepuka in die Lagune und

sehen sogar eine kleine Kolonie von Rotfußtölpeln, die als einzige Art der Tölpel auf Bäumen brütet. Da haben wir wieder etwas gelernt, bisher kannten wir nur die in Felsenkolonien brütenden Tölpel.
Auf dem Moto Angarei graben wir nach den begehrten Tuatua Muscheln. Hat man erst einmal eine gefunden, dann muss man seitwärts weiter graben und wird meist fündig.

Nach ca. 30 Minuten haben wir knapp 100 Muscheln ausgegraben. Pira und Karina essen sie nach dem Säubern gleich roh mit einem Tropfen Zitrone.

Uns schmeckt das nicht.
Der Wind lässt nach, und morgens nach dem gemeinschaftlichen Laubharken gibt es als Refreshment Kokosnuss. Dann ist auch Zeit für einen Schwatz auf dem Rasen, natürlich mit Blume im Haar.

Etliche der kleinen Läden und Restaurants haben den Besitzer gewechselt, von einheimisch zu philippinisch und fidschianisch. Nicht jedem Geschäft bekommt das gut. Manchmal wird nun statt polynesisch nur noch asiatisch gekocht und im Shop kommen etliche Lebensmittel nicht mehr aus Neuseland sondern aus Fidschi, und die können dann schon mal entsetzlich überlagert sein. Kein Wunder, dass das Brot leicht bitter schmeckt.
Andererseits kann man nun in vielen Geschäften und Restaurants sogar mit Karte bezahlen und braucht nicht mehr am Automaten Bargeld mit den Extragebühren holen.
Die weltweite Reklame für das 'versteckte Paradies mit der schönsten Lagune der Welt' hat einen Run auf Aitutaki ausgelöst. In den letzten beiden Jahren kamen zu den 1.800 Einwohnern mehr als 55.000 Touristen. Dabei zählen Cook Insulaner, die in Neuseeland oder Australien wohnen und arbeiten nicht dazu.
Somit sind jede Menge Ferienunterkünfte entstanden und das Trinkwasser ist heute schon ziemlich knapp.
Auf der Insel ist kaum noch Platz zum Bauen, die begehrten Grundstücke direkt am Wasser sind bereits vergeben.
Verlassene Häuser werden nicht vermietet oder verkauft, es bleibt alles im Familienbesitz. So gibt es immer mehr Bauruinen.

Oft wird gleich daneben ein neues Haus gebaut.
Die Grundstücke sind noch immer sehr gepflegt und sauber, leider werden Autos nicht entsorgt, sondern auf dem Grundstück abgestellt, das sieht ziemlich nach Schrottplatz aus.
Auch sind viele Mopeds durch Mini-Trucks ersetzt worden, die dann ebenfalls auf den Grundstücken stehen.

So erinnert die Insel langsam an einen vollgemöhlten neuseeländischen Schuppen.
Mantis-Shrimps oder Fangschreckenkrebse leben räuberisch im Flachwasser tropischer Meere. Man unterscheidet 'Speerer' und 'Schmetterer'. Die Schmetterer zertrümmern mit keulenartigen Extremitäten die harte Schale ihrer Beute. Die hier lebenden Speerer haben Spitzen an ihren Fangbeinen und spießen damit ihre Beute auf.
Sie zu fangen ist nicht so einfach und selbst ihre 'Wohnungen' im flachen Wasser zu finden ist eine Herausforderung.

Wir sehen zwar den Kopf und die Stielaugen, aber es ist gelingt uns nicht, den gesamten Körper aus der Höhle zu ziehen. Dabei muss man verdammt aufpassen, denn wir möchten nicht plötzlich speerartige Greifklauen an den Fingern haben.

Die Wasserleitung ist defekt. Dieter hat schon vor Jahren einige Stellen geflickt. Aber die Leitung ist mehr als 40 Jahre alt und verschlissen. Es muss eine neue Leitung her. Ein langer Schlauch bringt Wasser in Piras und unser Bungalow. Nun haben wir zwar wieder fließend Wasser, aber die oberirdische Leitung erhitzt sich so sehr, dass selbst das ‚kalte‘ Wasser zu heiß zum Duschen ist. So muss eine ganz neue Leitung verlegt werden, aber bitte unterirdisch!
Seit drei Monaten verkaufen Pira, Karina und Anita selbst zubereitete Speisen auf dem jeden zweiten Donnerstag von 5:00 bis 7:00 pm stattfindenden Nachtmarkt.
Diese Woche sind Fleischklößchen und Butterhuhn mit Reis ober Stampfkartoffeln im Angebot. Als Nachspeise gibt es drei Sorten extrem süßen Kuchen mit Eis.

Mit dem Erlös können die Drei sich einige zusätzliche Wünsche erfüllen, wie z.B. einen teuren Flug nach Deutschland.
Die Austauch-Schüler aus Coromandel führen zum Abschluss des Marktes einen Freundschafts-Haka, nicht zu verwechseln mit einem Kriegstanz, auf.
