Südinsel Teil 2 - 2014

In Cadrona ist dank Dieters Schulkameradin Moni ein Zimmer für uns reserviert. Das Dorf besteht vorwiegend aus dem ehrwürdigen Hotel von 1865. Vieles ist noch im Originalzustand, eben historisch. Wir bekommen das Superzimmer mit großem Balkon und bleiben vier Nächte. Aber zuerst Sonne und Wind nutzen zum Relaxen und Wäschewaschen. Das Hotelrestaurant ist sehr beliebt und so hält eine Menge Laufkundschaft, wohl eher 'Fahrkundschaft'.




Weihnachten ist für uns wieder Mal ganz anders. Die Erinnerungen an die dunklen Tage zu Hause, das Plätzchen Backen, den Glühweinstand und die vielen Weihnachtsfeiern sind sehr indifferent und Heimweh will nicht so recht aufkommen. Auch die Adventszeit war anders als sonst, hier tragen die Weihnachtsmänner häufig kurze Hosen und Surfbrett. Auch der Weihnachtsmarkt wird an nur einem Tag für ca. vier Stunden zelebriert. Es gibt fröhliche Weihnachtsparaden, die durchaus an Karneval erinnern. Und es blüht der neuseeländische Christmas Tree, der Pohutukawa, das immergrüne Myrtengewächs mit den knallroten Blüten.



Heiligabend ist ein ganz normaler Tag und wir treffen Kris, Monis Sohn, der hier seit einigen Jahren lebt. Er gibt uns ein Paar Tipps für Unternehmungen in der Umgebung. Der 1. Weihnachtstag, Christmas Day, ist dann der Feiertag, wo alle „in Familie“ sitzen und nichts geöffnet hat. Es gibt nur Frühstück, danach ist alles geschlossen. So haben wir Zeit für Haare (Dieters und Fritzis) und Bart (nur Dieters) schneiden, Bilder sortieren und löschen, Bericht schreiben. Es ist zwar nicht kalt, aber so ein Hot Tub ist immer wieder toll.
Ab 2. Weihnachtstag, dem Boxing Day, geht dann der Trubel los. Heute ist eine Familie aus Wanaka Mal eben mit zwei Hubschraubern zum Essen eingeflogen, Angeber!



Wir verabschieden uns von Kris und der tollen Mannschaft und brausen über Panoramastraßen mit Postkartenausblicken nach Queenstown, finden wir natürlich doof, da dort alles nur auf 'have fun' ausgelegt ist.



Also weiter nach Te Anau, und wieder Mal Regen. Auf dem Weg zum Milford Sound überrascht uns Bilderbuchwetter. Die ca. 1700 Meter hohen Gipfel der fast senkrechten Berge sind von winzigen Wölkchen umgeben, damit es auf dem Foto nicht zu langweilig aussieht. Obwohl wir fast nicht anhalten, benötigen wir die angegebenen 2,5 Stunden für die 120 Kilometer Serpentinen und ergattern gerade so die letzten Tickets für eine Bootstour. Wunderschöne Fahrt vorbei an Robbenfelsen und Wasserfällen bei strahlend blauem Himmel.

In einen Wasserfall fahren wir fast hinein. Natürlich werden wir nass und es gibt kein Foto, denn die Apparate haben wir gut verpackt.  

 

Im Unterwasserobservatorium Milford Deep bewundern wir viele Seesterne, Coppes (das ist ein Fisch ohne Schwimmblase), Seeanemonen, Weihnachtsbaumwürmer, Seeigel, eine Menge Barsche und vor allen Dingen schwarze Korallen. Und das geht nur, wegen der außergewöhnlichen Wasserzusammensetzung des Milford Sounds. Zwei unterschiedliche Wasserschichten sorgen für die besonderen Lichtverhältnisse unter Wasser. In der tiefer gelegenen Salzwasserschicht herrschen tiefseeähnliche Lichtverhältnisse vor. Das führt dazu, dass sich dort eine Fauna angesiedelt hat, die man sonst nur in der Tiefsee findet, darunter auch die schwarzen Korallen.



Auf dem Weg zurück suchen wir einen Camping Platz am Flussufer, leider alles belegt, wir sind zu spät. So fahren wir durch und übernachten in Manapouri auf einem pittoresken Camp mit vielen kleinen Häuschen, alten Autos . . ., so stellt man sich Neuseeland vor.



In den Rakatu Wetlands beobachten wir Gänse mit Gösseln. Der Erpel legt sich mächtig ins Zeugt und spielt den verletzten Helden als wir in der menschenleeren Gegend auftauchen. Die Kleinen hauen sofort ab und verstecken sich zwischen den Steinen bis die Luft wieder rein ist. Im Schwanennest sind die Jungen gerade geschlüpft, die herum liegenden Eierschalen sehen noch relativ frisch aus.



Der Campingplatz am Lake Hauroko existiert nicht mehr. So bleiben wir auf einem primitiv Camp mitten im Wald. Die Ruhe in dieser Natur wird nur durch einige laut lärmende deutsche Jugendliche gestört, peinlich. Da kann man verstehen, dass manche nicht gut auf deutsche Touristen zu sprechen sind.

Die Schotterstraße zu den 1.000-jährigen Totaras, den langsamwüchsigen immergrünen Steineiben, ist ziemlich einsam und so bieten sich etliche Karnickel zur Jagd an. Eins ist bereits erlegt. Daran tut sich eine Weihe gütlich und will den Kadaver nicht los lassen. So haben wir Zeit für ein paar interessante Fotos. 



In der niedlichen Stadt Riverton bekommen wir auf dem sehr kleinen Campground den letzten Stellplatz. Morgens entdecken wir einen Kaka, der jedoch sofort von zwei Tuis angegriffen und verjagt wird, also gibt es kein Bild. In Invercargill haben wir den Campground mitten in der Stadt bereits im Voraus gebucht. Die schöne ruhige Stadt gefällt uns entgegen aller Voraussagen gut.



Silvester ist ungewohnt still. Beim Abendessen im Pub staunen wir, wie uninteressiert es hier zugeht. Immerhin gibt es Musik vom DJ, aber niemand lässt sich damit hinter seinem Bier hervorlocken. So gegen 0:00 Uhr hören wir es doch noch drei Mal knallen, wobei der dritte Knall von unserem Sektkorken kommt. Dann zieht Gewitter auf, Hagel mit ziemlich großen Körnern, Regen und Sturm. Unser Auto wackelt als wenn jemand dran rüttelt. Draußen sind 11°C (gefühle 5°), aber mit dem Heizlüfter können wir es uns gemütlich machen. Der Regen lockt uns nicht nach draußen, so haben wir Zeit die Alaska-Tour zu buchen.