Die Zeugnisse sind ausgegeben und was nun? Computer spielen und am Mobilfon daddeln oder doch lieber den Augen etwas Entspannung von dem Dauergeflimmer der Bildschirme gönnen? Wie wäre es mit Natur pur?
Da kommt uns sofort eine Hausboot-Tour in den Sinn.
Auf dem Kanal du Midi und dem Garonne-Seitenkanal waren wir schon, in den Niederlanden sind die Kanäle und Flüsse im Sommer sehr stark frequentiert. Vielleicht sollten wir es auf der vom Massentourismus vergessenen Peene versuchen, und dafür braucht man nicht einmal weit zu reisen.

Die Peene ist einer der wenigen Flüsse ohne wasserbauliche Veränderungen, es gibt weder Schleusen noch Wehre.
Von Anklam bis Demmin fließt die Peene durch ein breites Urstromtal und wegen des geringen Gefälles ist die Fließgeschwindigkeit kaum wahrnehmbar.

Mit dem führerscheinfreien Hausboot vom Bootsbaumeister Carsten Enke unternehmen wir eine kurze Probefahrt und lernen auch das Ankern mit den speziell entwickelten Ankerspießen.
Bei strahlendem Sonnenschein starten wir in Anklam am 'Peenecafé mit unserer schwimmenden Unterkunft für eine Woche.
Das Hausboot ist mit Wohnbereich und Küche, zwei Schlafzimmern, einem Badezimmer sowie einer überdachten Terrasse komfortabel ausgestattet.

Solarzellen auf dem Dach sorgen für ausreichend Strom an Bord. Das Boot sowie die Ausstattung sind bis ins kleinste Detail liebevoll durchdacht, wir sind begeistert.
Unser Boot heißt Ronja und so steht natürlich auch 'Ronja Räubertochter' im Regal.

Schon bald begrüßt uns dieser wunderschöne Seeadler.

Das Boot ist sehr einfach zu fahren und bei vier bis fünf km/h gleiten wir fast lautlos dahin. Natürlich wechseln wir uns beim Steuern ab.

Als echter Matrose muss man auch Seemannsknoten lernen. Man kann daran verzweifeln, dabei sieht es so einfach aus.

Abends legen wir uns mit den Spießankern an den Schilfgürtel. Die ausgefeilte Ankertechnik ermöglicht das Festmachen auf dem Fluss, ohne sensible Uferbereiche zu stören.

Weit und breit kein Mensch in Sicht, völlig ungestört können wir lesen, Karten spielen oder auch einfach nichts tun.
Gegessen wird natürlich auf unserer Sonnenterrasse.
Auch wenn das Wasser auf den ersten Blick nicht zum Baden einlädt, es ist vom Torf braun gefärbt, kann man sich wunderbar erfrischen und spart die Dusche.

Die einziehbare Badeleiter macht es Schwimmern jeglichen Alters möglich wieder an Bord zu kommen.
Manchmal kommt auch noch ein Besucher vorbei. Will er etwa mit uns um die Wette schwimmen?
