Moorea, 18.000 EW, die ruhige Schwester Tahitis, liegt nur 17 Kilometer westlich und ist mit der Fähre leicht zu erreichen.

Wir sind mit dem Online-Ticket gut vorbereitet, aber am Fährterminal wird unser Ticket mit QR-Code nicht anerkannt. Am Schalter erhalten wir zwar problemlos den Ausdruck, aber was nutzt das Online-Ticket, wenn man sich trotzdem an die lange Schlange am Schalter anstellen muss. Und nur der Fahrer darf im Auto bleiben, alle anderen Personen müssen zu Fuß über einen separaten Eingang auf die Fähre gehen.
Uns gefällt Moorea besser als Tahiti, viel entspannter, viel weniger Verkehr, die meisten der hohen Zäune sind mit Hecken oder Ranken bewachsen, sehr viel schöner.
Große Supermärkte gibt es nicht, nur kleine Tante Emma Läden.

Das Angebot ist natürlich geringer, beinahe wie auf Aitutaki. Bäcker gibt es ebenfalls nicht und Früchte kann man am Straßenrand kaufen.

In unserem Quartier ist alles verriegelt und verrammelt, von der angepriesenen Rezeption ist nichts zu sehen.
Da gehen wir erst einmal zum Mittagessen in das Restaurant gegenüber. Auf Nachfrage wird uns erklärt, auf Moorea muss man sich lautstark am Zaun bemerkbar machen. So lange bis jemand kommt.
Beim Essen sitzen wir direkt an der Lagune und schauen den Schwarzspitzenhaien bei ihrer Patrouille zu.

Die kleinen Fische scheinen sich nicht an ihnen zu stören.
Unser Quartier hat wie bei Jerome zwei Zimmer mit eingebauter Küche, Bad und überdachte Terrasse. Nur wurde hier statt des europäischen Standards chinesisches Imitat verbaut, nicht besonders schön, nicht besonders haltbar, nicht besonders ordentlich, manches eine Katastrophe.
Aber unser privates, schattiges Plätzchen mit Pool liegt direkt an der Lagune.

Manchmal kommt neben den Schwarzspitzenhaien auch noch ein Stachelrochen vorbei.

Und auch Kanus liegen für uns bereit, um in der schönen Lagune herumzupaddeln.
Das Lagoonarium oder Jardin de Corail du Motu Ahi ist einer der hoch gelobten Schnorchelplätze Mooreas. Am Ufer in Vaiare zahlt man stolze 38 EUR pP, Tagespreis mit Fischfütterung, Refreshment, Dusche und einer persönliche Hütte zum Entspannen. Mit dem wartetenden Boot

sind die 250 Meter zum Motu Ahi schnell zurückgelegt. Unsere hohen Erwartungen werden jedoch enttäuscht. Die Unterwasserlandschaft ist schön mit vielen Korallen, etliche sind jedoch tot und einen Garten können wir nicht wirklich erkennen. Da waren die Korallen auf Tahiti oder Aitutaki schöner. Aber viele bunte und ziemlich große Fische gibt es hier.
Die Fischfütterung ist wegen einiger Unfälle mittlerweile verboten. Der versprochene Kaffee, die schattige Hütte oder gar eine Dusche sind Fehlanzeige, es ist im Moment kein Wasser da, die Tanks leer. Also kann man auch die Toilette nicht benutzen. Es gibt eine winzige, jedoch sehr wohlschmeckende Ananas, und das war's.

Für uns völlig unverständlich, dass man in einem Gebiet mit Überfluss an Wasser, auf das Tankschiff wartet. Es regnet jeden Tag, kurz aber heftig, das Wasser könnte man auffangen. Und zum Ufer ist es nicht weit, da könnte man eine Leitung legen. Aber wenigstens der Preis ist geblieben.
Die Tahiti-Vanille benötigt Hitze, Schatten und hohe Luftfeuchtigkeit, um optimal zu gedeihen. Fast 80 % der tahitianischen Vanilleschoten werden auf der Insel Taha’a angebaut. Sie werden von Hand bestäubt und müssen vollständig reif sein, bevor sie geerntet werden können. Erst nach weiteren neun Monaten ist die getrocknete Vanilleschote bereit zum Verkauf.
Im Restaurant Tiahura Chez Irene genießen wir Kokoskrabbe oder Palmendieb,

einen riesigen Einsiedlerkrebs, soo lecker.
Am 2012 errichteten Te Fare Natura L'écomusée ist besonders das Haus interessant. Es ist so gebaut, dass von der einen Seite der warme Wind vom Meer und von der anderen Seite der kalte Wind von den Bergen hineinweht. So ist im Haus die Temperatur um 4°C geringer als die Außentemperatur, bemerkenswerte Architektur.
Es ist eine schön zusammengestellte Ausstellung über das Wachsen und Sterben der Korallen im Uferbereich, in der äußeren Lagune, im Riff und an der äußeren Riffkante.

Der 1.207 Meter hohe Mont Tohiea ist der höchste Berg der Insel und an ihm bleiben die Wolken hängen, so dass es oft, auch Mal ganz schön heftig, regnet. Zwischen den Schauern hat man vom Belvedere Lookout einen spektakulären Blick über die Cook Bay,

in der gerade ein Kreuzfahrtschiff liegt.
Auf Tahiti gibt es eine eigene Produktion von Tip Top Eis. Es wird ausschließlich aus Produkten der Insel hergestellt, wie z.B. Taro,

und schmeckt hervorragend, noch besser als auf Neuseeland.
Der Tag bringt Sonne pur und so müssen die Schnorchelsachen noch ein letztes Mal genutzt werden, bevor sie für lange Zeit im Koffer verschwinden.
In Tiahura ist das Wasser ausgesprochen klar und wir sind begeistert von den vielen Seeanemonen.

Es ist eine herrliche Anemonen-Landschaft, natürlich mit mehr als nur einem Nemo.
Bevor wir uns auf den langen Rückweg begeben, halten wir noch kurz Ausschau nach unseren nächsten Reisezielen.
