Teil 8: Okrug Gornij bis Paglenica

Über den 'short cut'

wandern wir zur Altstadt von Trogir.

Nach dem Zerfall der österreichischen Monarchie fiel Trogir 1918 an das Königreich der Slowenen, Kroaten und Serben, dem späteren Jugoslawien.
Sie ist in ganz Osteuropa die am besten erhaltene romanisch-gotische Altstadt mit etwa zehn Kirchen sowie Wohnhäusern und Palästen aus Romanik, Gotik, Renaissance sowie des Barock und gilt als herausragendes Beispiel für städtebauliche Kontinuität.
Wir bewundern die Stadt-Loggia und den Uhrturm aus dem 15. Jahrhundert,

die St.-Laurentius-Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert, die Stadttore sowie die Stadtmauer.
Die Festung Kamerlengo, ebenfalls aus dem 15. Jahrhundert, kann man besichtigen. Begeisterung pur bei Erik, er war noch nie in einer 'echten Ritterburg'.

Wir haben zwar noch nicht ganz das 'Einzugsgebiet' der Kreuzfahrtschiffe und deren Tagesreisenden verlassen, aber Trogir ist längst nicht so überlaufen wie Kotor, Dubrovnik oder Mostar.
Na, ja, nur 25 Kilometer entfernt gibt es noch Split, und dort legen die schwimmenden Hochhäuser sogar an. Damit haben sie die beeindruckende Flaniermeile 'Riva', das Kellergewölbe 'Podrumi', den Säulenhof 'Peristyl' sowie die Kathedrale 'Sveti Duje' direkt vor dem Bug.
Es regnet und wir haben Hunger. Erst nach langem Suchen finden wir ein Lokal, in dem wir drinnen sitzen können. Hier spielt sich das Gaststättenleben fast nur unter Markisen ab.

Das ist uns bei dem kräftigen Wind ein wenig zu kalt.
Im Krka Nationalpark mit den berühmten Wasserfällen holen uns am Eingang von Lozovac die Busse wieder ein, wir zählen fast 30 von ihnen. Zusammen mit den zahlreichen Individualtouristen ergibt das ein schönes Gedrängel in dem Nationalpark. Es ist unglaublich, wie voll es ist, man wird auf dem Bohlenweg nur geschubst.

Bei diesen Menschenmassen geht die grandiose Natur vor lauter Menschen unter, es macht keinen Spaß. Und das außerhalb der Saison. 
Am Eingang von Roški Slap ist es wesentlich leerer. Diese Straßen kann kein großer Reisebus überwinden. Hier kann man sogar über die Brücke hüpfen

oder völlig entspannt Schwäne beobachten.

Den Wasserfall 'Roski Slap' sowie die Höhle Oziđana' mit den 517 Stufen lassen wir aus. Auf dem Rundweg um die Kaskaden der Stromschnellen sind wir plötzlich fast allein.



Wesentlich anstrengender ist der steile Aufstieg zum oberen Aussichtspunkt. Er hat jedoch nur im unteren Teil ein Geländer und ist somit für Kinder nicht geeignet.
Wir wollen gern mit dem Boot von Okrug Gornij nach Split fahren. Die Abfahrtszeiten sind auf großen Plakaten angeschlagen und wir treffen pünktlich am Anleger ein.
Leider liegen die Boote noch an Land, keine Saison.

Aber immerhin wurden die Preise für Unterkunft, Campground, Parkplatz u.ä. zum 1. Mai schon Mal erhöht.
Nun heißt es für unsere beiden Gäste Abschied nehmen, der Flieger wartet nicht.
Ein letztes Mal grillen wir auf unserer Terrasse die beliebten Cevapcici. Dazu gibt es reichlich Ajvar für jeden Geschmack, scharf, lieblich oder mit viel Aubergine.
Die Altstadt von Nin liegt auf einer kleinen Insel und ist nur über zwei Steinbrücken mit dem Festland verbunden.
Grgur Ninski war im 10. Jahrhundert der Bischof von Nin sowie Kanzler des kroatischen Königreiches und wird als Vorkämpfer für den Gottesdienst in slawischer Sprache angesehen. Dafür gibt es jedoch keine überlieferten Beweise.
Dem Denkmal Grgur Nins gegenüber steht die um 800 erbaute Sveti Križ. Sie gilt als kleinste Kathedrale der Welt, obwohl sie nie Bischofssitz war.

Die Kirchenmauern, Türen und Fenster wurden an die unterschiedlichen Lichtverhältnisse innerhalb eines Jahres angepasst. Damit konnte diese Kathedrale auch als Kalender genutzt werden.
Da! Noch eine Schlange. Es ist jedoch die harmlose (weiß natürlich Jeder sofort) Schlingnatter.
Außerhalb von Nin steht auf einem Hügel die kleine Kirche 'Sveti Nikola' aus dem 11. Jahrhundert. Ihre Kuppel wurde während der Türkenkriege zu einem Wehrturm mit Zinnen umgebaut.

Der Nationalpark Paglenica im Velebit-Gebirge mit den beiden ca. 1.750 Meter hohen Bergen 'Vaganski Vrh' und 'Sveto Brdo' wird von den Touri-Busse kaum angesteuert.


Die meisten Besucher kommen um zu klettern, denn der Nationalpark verfügt über 400 Kletter-Routen in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden.

 

So kann man hier schon die Jüngsten in den Seilen hängen sehen.

 

Der Parkplatz ist zwar proppenvoll, aber auf den 150 Kilometern an Wanderwegen verläuft sich das. Allerdings sollte man die Wege wegen Landminengefahr nicht verlassen.
Dieser Nationalpark kommt bei uns besonders gut an, hier hat man Natur pur

und wir laufen einige Stunden bergauf und -ab, manchmal ziemlich steil, manchmal auch durch einen Bach.