CO, Crested Butte, bis UT, Dead Horse Point State Park

Als deutsche Touristen sind wir in Paonia fast Exoten. Wir bekommen von netten Leuten jede Menge Hinweise 'what to do'. Wir fahren über 30 Meilen unbefestigte Bergstraße bis Crested Butte, ein sehr pittoreskes Dorf.

 

Der Aspenwald ist sehenswert, selbst Berufsfotographen und auch ein Maler werden von dem Glühen des Laubes im Indian Summer angelockt.

Wir besuchen drei Winzereien, natürlich mit Weinverkostung. Es gibt Riesling, Chardonnay, Rosé hier Blush, Traminer, Merlot, Pinot Noir und Birnenwein. Alle schmecken sehr gut, sind jedoch wesentlich kräftiger als unsere Weine, das soll an dem Lavaboden liegen.
Für die fünf Flaschen Wein bezahlen wir $100, wird für viele Abende einen guter Schlaftrunk sein. Somit wird die Alkoholverweigerung auf diese Reise kurz unterbrochen.
Auf einer Farm pflücken wir dann noch Pfirsiche und Äpfel. Die Pfirsiche sind riesengroß, scheinen jedoch typisch genmanipuliert zu sein: ganz fest, wenig Saft. Kein Vergleich mit den bulgarischen Pfirsichen aus Varna (das waren noch Zeiten, mit Pfirsichen frisch vom Markt in den Flieger).

Am Nachmittag genießen wir das erste Glas Wein in dem liebevoll gestalteten grünen Hof unseres Inn's. Zum Abendbrot braten wir uns Eier, die Küche muss doch wenigstens ein Mal genutzt werden.

Dann geht's auf zum Black Canyon 'one of the longest, narrowest, and deepest gorges in the world'. Der Campground im NP ist hinreißend und wir fast allein in der Natur.
Es ist wirklich imposant 600 bis 800 Meter fast senkrecht in den Canyon des Gunnison River zu schauen, die Wände erscheinen wegen des fehlenden Lichtes schwarz. Es kostet Überwindung bis an den Rand zu gehen, natürlich nur Dieter. Dafür hat er dann grandiose Einblicke in den Canyon. Leider können unsere Fotos diese gewaltigen Schluchten nicht annähern so eindrucksvoll abbilden.

 

Wir brechen völlig entspannt Richtung Mesa Verde auf. Nach dem Desaster der Ankunft haben wir für die letzten drei Nächte bereits in Denver gebucht. Bis dahin bleiben uns aber noch NEUN Tage, was tun so lange? Also auf Hälfte der Strecke ganz große Planänderung: auf nach Utah.
Und ich erinnere mich, dass es bei der Planung der Bike Tour am schwierigsten war, in Moab überhaupt eine Unterkunft, geschweige denn eine bezahlbare zu bekommen. Wir wagen es trotzdem. Wir fahren über die La Sal Mountains und sind auf dem Highway fast allein. Auf 30 Meilen begegnen uns nur neun Fahrzeuge.
Dann kommt es, wie erwartet, also keine Enttäuschung!, ausschließlich NO Vacancy. Wie durch ein Wunder entdecken wir ein kleines Inn, bei dem noch EIN Zimmer frei ist, natürlich buchen wir gleich für vier Tage.

 

Auf den Tag genau vor zwei Jahren waren wir auf der Bike Tour ebenfalls in Moab. Unsere Spuren haben wir im roten Sand leider nicht mehr gefunden. Wir grüßen den Flötenspieler und stoßen etwas wehmütig auf die Labello-Rocker an. Und ich glaube Dieter denkt schon Mal an Kalifornien . . .
Morgens ist es bewölkt und Regen wurde erst für den Nachmittag angesagt. So besuchen wir den Dead Horse Point State Park und genießen den herrlichen Blick auf die Goosnecks des Colorado River.

Dieter meint, ich würde wohl nie Beine schlenkernd auf einem Felsen sitzen, so kann man sich irren!

Und dann blickt er sehnsüchtig auf die im Kessel fahrenden Jeeps und Crossmaschinen. Nach einigem Suchen finden auch wir eine offroad Straße. Wir fahren etliche Meilen durch fantastische Landschaft bis zu den Gemini Bridges und weiter bis zum Hwy 191, eigentlich eine Strecke für ATVs. Es ging gerade noch so mit unserem Dodge 4x4.

An diesem Wochenende merken wir nun auch, warum Moab Hauptstadt des Mountain Biking heißt. In den NP abseits der Straße, also offroad, lassen sich Dutzende von nicht mehr ganz jungen Mountain Bikern, Männer wie Frauen, aussetzen und strampeln bei 27°C durch das staubige Gelände. Die Jüngeren brausen mit ATV's durchs Gelände und hinterlassen riesige Staubwolken.